Clan of Vitality
  Verhalten und Umgang
 

Gruppengrösse:
Rennmäuse sind Gruppentiere und dürfen auf keinen Fall alleine gehalten werden. Es müssen mindestens zwei Tiere zusammenleben, den eine Einzelhaltung ist Tierquälerei und nach der Tierschutzverordnung vom 1. September 2008 auch verboten.
Rennmäuse sind leider in grösseren Gruppen nicht stabil, deswegen ist die Gruppengrösse von 4 oder 5 Tieren nur für erfahrene Halter zu empfehlen. Mehr als 5 Tiere sollten nicht zusammen gehalten werden, da dies in den seltensten Fällen gut geht.
Ideal ist eine Gruppengrösse von zwei Rennmäusen. Diese Gruppengrösse ist meist stabil.
Mehr als zwei Tiere neigen zu Revierstreitereien, welche bei Ausbruch die sofortige Trennung des Rudels zur Folge haben. Am stabilsten sind Duos. Möchte man dennoch eine grössere Gruppe halten, sollte immer die Möglichkeit bestehen, weitere artgerechte Becken zulegen zu können. Zudem sollte die Gruppe gemischtaltrig sein (im Idealfall ein klar älteres Tier im Rudel), dies bringt etwas Stabilität in eine Gruppe, da so erstmals die Rangfolge klar ist und die pubertären Phasen nicht gleichzeitig durchlaufen werden.
Was bei der Gruppengrösse noch beachtet werden muss, ist, dass bei mehr als zwei Mäusen das Terrarium nicht zu sehr unterteilt sein darf. Also keine Verbundsysteme, Aufsätze mit mehreren Ebenen oder eine Unterteilung im Terrarium in z.B. Buddel und Versorgungsbereich. Diese Sachen sind streitfördern bei grösseren Gruppen, da es die Tiere als verschiedene Reviere ansehen.


Das Halten und Einfangen einer Rennmaus:
Wichtigste Regel im Umgang mit einer Rennmaus heisst: Nie am Schwanz festhalten oder hochheben!!
Die Schwanzhaut reisst leicht ab und der Schwanz wächst nicht nach wie bei anderen Tieren. Die Maus bleibt ohne Schwanz und wenns ganz blöde geht, verblutet sie an der Wunde. Ausserdem ist das Festhalten am Schwanz für die Rennmaus schmerzhaft.
Am besten geht das Fixieren (wenn ein Untersuch oder Medikamentengabe nötig ist) indem man das Tier von oben mit der Hand umschliesst und vor allem an Seiten und Bauch festhält, so dass die Pfoten frei liegen und sie sich nicht abstossen kann.

Wenn ihr  beim Einfangen eine Maus mit den Händen nehmen wollt, umschliesst die Maus mit den Händen so, dass sie darin wie in einer Höhle sitzt. Allerdings ist das zum Einfangen einer eher scheueren Maus oft etwas mühsam und für die Rennmaus mit Stress verbunden.
Deswegen empfehle ich folgende Methode: Röhre oder Haushaltspapierrolle ins Terrarium legen und warten bis die Maus hineingeht, dann an beiden Enden die Hände drauf und gefangen ist die Maus. 

Oder stellt dirket die Transportbox ins Terri, je nach Maus gehen die freiwillig rein, vor allem wenn es etwas Leckeres drin hat. Für diese Methoden braucht es zwar manchmal etwas Geduld (was ein Rennmaushalter sowieso haben sollte), dafür hat die Rennmaus keinen Stress und das ist die Hauptsache.



Das Transportieren der Rennmäuse:
Damit die Rennmäuse einen Transport gut überstehen, brauchts natürlich als erstes eine geeignete Transportbox. Es gibt da einige verschiedene im Fachhandel. 
Ich empfehle eine Box, wo man nicht nur den kompletten Deckel öffnen kann, sondern wo es im Deckel noch eine kleine Klappe drin hat. Denn der Nachteil einer Box, wo nur der ganze Deckel oder die ganze obere Hälfte der Transportbox aufgemacht werden kann, ist: dass wenn die zweite Rennmaus rein soll, meist die erste wieder rausspringen kann....
Eine Kartonschachtel ist als Transportmittel völlig ungeeignet für nagefreudige Tiere. Wenn die Kleinen erst mal einen Ort gefunden haben, an dem sie mit ihren spitzen Zähnen ansetzen können, haben sie in nullkommanichts ein Loch geknabbert, dass gross genug ist zum abhauen. Ausserdem bietet Karton den Tieren keinerlei Schutz gegen Kälte, Nässe, Wind und Druck.

In die Box gehört Einstreu, am besten direkt aus dem Mäuseheim, so duftet es vertraut und vermindert etwas den Stress. Immer genug Einstreu reintun, damit sie sich verstecken können oder wenns von der Grösse der Transportbox geht ein Häuschen rein.
Wichtig beim Tierarztbesuch: immer alle Renner, die zusammen leben, mitnehmen. Sie fühlen sich in der Gruppe einiges sicherer. Wird nur eine Maus mitgenommen, riecht die nachher anders und es kann sein, dass die Gruppe sie dann verstösst. Wenn alle dabei sind, gibt es das Problem nicht und falls die kranke Rennmaus was ansteckendes hat, können die Artgenossen gleich mituntersucht und behandelt werden.

Falls die Renner mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden, immer schauen, dass sie nicht raussehen können, da sie sonst durch die äusseren fremden Eindrücke zu sehr unter Stress geraten können. Falls die Box also Durchsichtig ist, diese in einen Korb stellen oder mit einem Tuch umwickeln. BeimTransport mit dem Auto auch schauen, dass die Tiere nicht zu viele unbekannte Geräusche mitbekommen, wie zum Beispiel das Radio im Auto oder die Autohupe.



Handzahm:
Rennmäuse sind keine Kuscheltiere. Sie mögen es nicht herumgetragen zu werden und sie wollen auch nicht gestreichelt werden.
Rennmäuse sind Beobachtungstiere. Es wird auch nie langweilig die interessanten Tiere in ihrem Verhalten zu beobachten. Ich kann Stunden vor dem Terrarium verbringen um den Renner beim Fressen, Putzen, Spielen etc. zuzusehen.

Mit etwas Geduld kommen die Renner zur Hand und holen Leckereien daraus oder untersuchen und beklettern diese auch. Das ist aber schon alles was man an direkten Kontakt zur Rennmaus hat und haben sollte.
Dazu hält man die Hand ruhig ins Terrarium mit etwas Leckerem darauf zum locken. Dann abwarten, bis die Renner von sich aus zur Hand kommen. Dazu benötigt es etwas Geduld, denn es klappt selten beim ersten Mal. Dies dann jeden Tag ein, zweimal wiederholen, bis sie die Hand als was gutes, nämlich als Leckereienlieferant, erkennen und dann werden sie immer schneller kommen oder stehen bereits am Deckel bereit, wenn ihr kommt.



Beschäftigung:
Die Beschäftigung ist für Rennmäsue sehr wichtig. Wie die Ernährung und Unterbringung trägt sie aktiv zur Gesundheit und dem Wohlbefinden unserer Lieblinge bei. Alles, was die Tiere dazu animiert zu "arbeiten", ist Beschäftigung und macht somit ihr Leben interessant und hält sie fit.
Die Gabe von Stroh und WC-Papier beispielsweise. Dort wird das Ganze dann verarbeitet und das Nest erneuert/erweitert. Auch WC-Röllchen oder ungefäbrte Eierkartons sind eine einfache Beschäftigung. Diese können auch gefüllt werden für noch mehr Arbeit. Oder bastelt Beschäftigungskugeln oder WC-Papierhäuschen zum schreddern. Dazu einen Ballon aufblasen und diesen mit nassen WC-Papier umwickeln. Danach gut trocknen lassen, dann wird das Papier fest. Danach Ballon aufstecken und entfernen und fertig. Die Kugeln können dann auch mit Stroh und Leckerlis gefüllt werden.
Auch Kapokschoten gelten als natürliche und abwechslungsreiche Beschäftigung. Sie ist gefüllt mit der Kapokwolle, welche keine Fäden zieht und so unbedenklich bearbeitet werden kann und auch die Samen im inneren können gefressen werden.
Es gibt auch Weidengelfechte in allen Formen, welche die Tiere auseinander nehmen können. Je nach Form lassen sie sich auch mit Leckerlis, Heu oder getrockneten Kräutern füllen.



Rennmäuse und Kinder:
Rennmäuse sind für Kinder eher ungeeignet. Kinder wollen meist ein Tier zum spielen und kuscheln. Dies ist mit Rennmäusen nicht möglich. 
Renner sind Beobachtungstiere. Man kann sie nicht streicheln oder herumtragen und spielen wollen sie auch nicht. Was die Tiere machen, ist wenn die Hand ins Terrarium gehalten wird, sie Leckereien daraus holen und diese untersuchen und beklettern.
Dies sollte mit dem Kind besprochen werden bevor Rennmäuse angeschafft werden. Nur wenn das dem Kind bewusst ist und es Alt genug ist dies zu begreifen und es den Bedürfnissen der Renner gerecht werden kann (man muss da als Eltern ein Auge darauf haben, da die Verlockung für Kinder oft sehr gross ist), kann über die Anschaffung von Rennern ernsthaft nachgedacht werden.


Auslauf:
Rennmäuse sind terretoriale Tiere. Das heisst, sie bewohnen ihre festen Reviere. Diese kennen sie genau und wissen, wo sie sich bei Gefahr zurückziehen können. Reviere werden vergrössert aber niemals komplett verlassen. Muss in freier Natur eine Rennmaus das Revier verlassen, kommt dies oft einem Todesurteil gleich. Im unbekannten Terrain kennt sie keine Verstecke und ist für Raubtiere leichte Beute. Diesen Urinstinkt tragen unsere Heimmongolen in Sich.
Öffnet ihr nun den Deckel, kommen sie Neugierig an und klettern auf einen rauf und untersuchen die nähere Umgebung. Dies ist dann mit Reviervergrösserung zu vergleichen. Bei Unsicherheit oder Angst flitzen sie ins Terrarium zurück. Werden sie eingefangen und komplett aus dem Terra genommen, ist dies mit dem Verlassen des Reviers verlgeichbar. Die Tiere bekommen dabei Angst und Panik, da sie nun das vertraute Revier mit den bekannten Rückzugsmöglichkeiten nicht mehr haben. Sie flitzen dann herum auf der Suche nach ihrem Revier. Steckt ihr sie also in einen Auslauf, haben sie nichts als Angst und suchen verzweifelt ihr Terrarium. Fressen oder Nagen sie dann an etwas, dient dies dem Stressabbau und nicht, wie es oft gedacht wird, dem Spass und Freude.
Wenn man Auslauf bieten möchte, dann sollte der so gestaltet sein, dass die Tiere selber raus und auch wieder zurück ins Terrarium können. Dies käme dann der Reviervergrösserung gleich. Wichtig dabei ist, nicht zu lange Auslauf geben, da die Tiere den fremden Geruch der Umgebung annehmen können und sie sich untereinander dann nicht mehr wieder erkennen, was zu Streit führt. Bei Neu-Vergesellschafteten Tieren oder auch bei Gruppen von mehr als zwei Tieren, sollte auf Auslauf verzichtet werden.



Phasenaktivität:
Rennmäuse sind als Heimtiere phasenaktiv. Das heisst sie schlafen 2-4 Stunden, sind dann 2-4 Stunden wach, schlafen wieder, sind wieder wach und so weiter. Sie sind also am Tag, wie in der Nacht aktiv.
Meist passen sie sich dem Rhytmus um sich herum an, so gut es geht und sind dann wach, wenn etwas um sie herum passiert. Bei festen Fütterungszeiten (ist zu empfehlen), werden sie dann auch immer wach sein und schon aufs Futter warten.
Die Tiere werden in ihrem Rhytmus auch mal schlafen, wenn sie zuhause sind, dann sollten sie dies akzeptieren und die Renner schlafen lassen, da sie auch mal ihre Ruhe und Erholung brauchen.




Rangeleien:
Rennmäuse haben eine Rangordnung untereinander in der jede Maus ihren Platz hat (ist in etwa mit den Wölfen zu vergleichen). Die Rangordnung wird immer wieder Mal mit kleinen Rangordnungskämpfen aufs Neue festgelegt. Meist stehen dann die Mäuse auf den Hinterbeinen und "boxen" sich gegenseitig mit den Vorderpfoten bis sich eine Maus geschlagen gibt und weggeht.
Ihr könnt auch beobachten, dass ein Renner den anderen besteigt, als wolle er sich paaren. Dies ist ein Zeichen von Dominanz, die besteigende Maus zeigt damit, dass sie über der anderen steht und ordnet sie damit unter. 
Solche kleineren Rangeleien sind völlig normal. Da soll auch nicht eingegriffen werden, die Rennmäuse müssen es alleine klären.
Erst wenns blutig wird und die Tiere aufeinander losgehen, muss eingegriffen werden. In diesem Fall aber sofort, da es bei solchen Kämpfen meist auf Leben und Tod geht. Dies kann passieren, wenn ein Tier beispielsweise krank ist und nun aus dem Ursintinkt heraus verjagt wird oder wenn sie sich nicht mehr einig werden in der Rangordnung oder wenn eines im Terrarium ein eigenes Revier bilden will und dann die anderen Mäuse verjagt. Diese Reviersreitereien können durch falsche Terrariengrössen begünstigt werden. (Infos über die richtige Terrigrösse sind im Kapitel Terrarien und Einrichtung zu finden.).


Einzelmaus, was nun?
Es kann vorkommen, das eine Maus frühzeitig stirbt an Krankheit oder an einem Unfall oder aber, dass sich die Gruppe zerstreitet.
Dann bleibt eine einzelne Maus übrig. Da Rennmäuse Gruppentiere sind, sollte dies nicht einfach so hingenommen werden. Die alleingebliebene Maus wird sich nach kurzer Zeit zurückziehen und scheuer/schreckhafter werden. Dies zeigt, dass sie einsam und total unglücklich ist. 
Zu diesem Renner sollten dann ein oder zwei Jungtiere dazuvergesellschaftet werden. Dies ist in den meisten Fällen möglich. 
Wichtig: Nie zwei sich fremde Renner einfach zusammensetzen, dies gäbe sonst ein Blutbad!

Vergesellschaftet wird mit der Trenngittermethode. So werden die Renner langsam aneinander gewöhnt, ohne dass sie sich verletzen können. Eine Vergesellschaftung sollte von einer erfahrenen Person durchgeführt werden. Fragen sie beim Züchter nach, viele übernehmen Vergesellschaftungen mit eigenen Jungtieren.


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